Internationale Zusammenarbeit


Internationale Zusammenarbeit

 

Seit der Gründung des FiW in 1979 bearbeiten die Mitarbeiter nicht nur Projekte innerhalb Deutschlands, sondern auch im Ausland. Die Internationale Zusammenarbeit des Instituts kann folglich auf eine lange Tradition zurückblicken. Obwohl die Liste der Länder, in denen das FiW im Laufe der Zeit gearbeitet hat lang ist, gibt es doch Länder und Regionen, in denen die FiW-Mitarbeiter vermehrt tätig sind und auf denen ein Fokus bei der Zusammenarbeit liegt. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die Tätigkeiten des FiW in der ganzen Welt.

 

 

 

Afrika

In den mehr als 35 Jahren seiner Existenz pflegt das FiW den Wissens- und Know-how-Transfer mit verschiedenen afrikanischen Partner-institutionen. Aus der Anfangs reinen FiW-RWTH-Alumni-Beziehung zu Tunesien hat sich mittlerweile ein bedeutendes Netzwerk zu verschiedenen Bildungs-, Verwaltungs- und Umsetzungsinstitutionen mit dem Schwerpunkt im Maghreb entwickelt.Aufbauend auf dem Schwerpunkt in Tunesien, bearbeitet das FiW insbesondere die Thematik der Abwasserbehandlung im Maghreb. Hierbei stehen die industrielle Abwasserbehandlung und die Klärschlammverwertung und -entsorgung im Vordergrund. Während die kommunale Abwasserbehandlung in Tunesien stetig aufgebaut wurde und heute im nördlichen Afrika eine beispielhafte Vorreiterrolle spielt, sind im Bereich der industriellen Abwasserproblematik noch erhebliche Defizite zu verzeichnen. Das FiW hat daher schon früh dabei geholfen, ein industrielles Einleitungskataster aufzubauen und aufzuzeigen, wie die industrielle Abwasserbehandlung organisiert und finanziert werden kann. Im Bereich der Klärschlammentsorgung und -verwertung gibt es in Tunesien einen großen Handlungsbedarf, da aufgrund eines mangelhaften Rechtsrahmens und mangelnder Überwachungslabore die landwirtschaftliche Verwertung des Schlamms viele Jahre untersagt war und andere Wege der Verwertung und Entsorgung noch nicht etabliert sind. Das FiW hat Tunesien bei der Erarbeitung eines nationalen Klärschlammkonzepts unterstützt und in weiteren Projekten die konkrete Umsetzung weiter vertieft. 2014 / 2015 wurden in zwei Projekten für die Kläranlagen des Nordens und des Südens von Tunesien konkrete Ausführungsplanungen für die Klärschlammentsorgung und -verwertung erarbeitet.

Auch in Marokko ist das FiW in der Thematik Klärschlamm tätig. Neben dem Aufstellen der nationalen Strategie unterstützt das FiW in einem Pilotprojekt die Erarbeitung von Entsorgungskonzepten für Klärschlamm. Der Handlungsbedarf in Marokko ist weiterhin sehr groß.

In Lesotho führt das FiW derzeit Weiterbildungsmaßnahmen für lokale Mitarbeiter zum Thema Wartung und Betrieb kommunaler Kläranlagen durch. Direkte Unterweisungen vor Ort und das Erstellen angepasster Protokolle und Arbeitsanweisungen sind der Schlüssel des Erfolgs, der Kundenzufriedenheit und der Grund für regelmäßige Anfragen an das FiW für Weiterbildungsmaßnahmen. Dieses praxisnahe Fachwissen gibt das FiW ebenfalls in Deutschland in speziellen Kursen an Kunden aus Afrika weiter, wie beispielsweise das Wissen über abfalltechnische Betriebsabläufe an eine Anwendergruppe aus Ghana.

Das FiW ist mit Herr Dr. Bolle in einem internationalen Arbeitsgremium vertreten, welches Empfehlungen für die Panafrikanische Universität erarbeitet.

 

Osteuropa

Seit einigen Jahren unterstützt das FiW u. a. die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen von Projekten zur Modernisierung der lokalen öffentlichen Dienstleistungen im Wasser-, Abwasser- und Abfallbereich in Osteuropa, hier mit einem Schwerpunkt in der Republik Moldawien.

Moldawien gehört seit seiner Unabhängigkeit 1990 zu den ärmsten Ländern in Europa und hat enormen Nachholbedarf beim Ausbau und bei der Erneuerung u. a. seiner Ver- und Entsorgungsinfrastruktur. Liegt die Anschlussquote an zentrale Wasserversorgungen zwar insgesamt bei über 80 % (ländliche Regionen häufig < 50 %), beträgt die Anschlussquote an Kanalnetze zur Abwasserableitung bei deutlich unter 50 % (ländliche Region < 20 %). Experten gehen gleichzeitig davon aus, dass die meisten der über 450 gezählten Kläranlagen kaum eine oder keine Reinigungsleistung erbringen. Neben fehlenden Investitionen in Ersatzteile, Renovierungen oder technologische Verbesserungen in den letzten 35 Jahren sind dafür insbesondere die unzureichende Finanzierung, Verwaltung und Ausstattung der Wasser- und Abwasserorganisationen verantwortlich als auch eine häufig mangelnde Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter.

Aktuell unterstützt das FiW im Rahmen einer Kampagne der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Moldawien dabei, den Bedarf und die Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung des Wasser- und Abwassermanagements, der lokalen Infrastruktur und der interkommunalen Zusammenarbeit in einer Machbarkeitsstudie zu eruieren. Zielregion ist dabei zurzeit die Region um die Städte Criuleni und Dubasari mit rund 20 umliegenden Siedlungen beidseitig des Flusses Nistru / Dnister (nordwestlich der Hauptstadt Chișinău).

 

China

Herr Univ.-Prof. Dr.-Ing. Max Dohmann und mit ihm das FiW engagieren sich seit langen Jahren in der Forschungs- und Umweltkooperation zwischen Deutschland und China. Seit mehr als 15 Jahren erfahren der Umweltschutz und die Ressourcenschonung stetig mehr Gewicht in der chinesischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. China legt dabei großen Wert auf die intensive Zusammenarbeit mit Deutschland. Die Chinesen schätzen deutsches Umwelt-Know-how und deutsche Umwelt-Technologie. Das FiW mit seiner langjährigen Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit bringt sich in China in verschiedenen vom BMBF geförderten Forschungskooperationen (WAYS, SINOWATER), vor allem zur Verbesserung der Wasserqualität und zum Ressourcenmanagement im Wasser- und Abfallbereich ein. Langjährige erfahrene wissenschaftliche Kräfte führen einen stetig wachsenden Teil der Projektarbeit in China durch. Insbesondere seitdem mit dem Projekt SINOWATER der Schwerpunkt der Arbeiten nicht mehr nur in der Provinz Sichuan liegt, hat sich das Netzwerk erheblich erweitert. Mehrere junge Ingenieure nahmen die Gelegenheit wahr, im Rahmen ihrer Tätigkeit im FiW auch mehrere Wochen und Monate vor Ort zu arbeiten und auf dieser Grundlage Bachelor- und Masterarbeiten abzuschließen. Das FiW legt besonderen Wert auf die sich vor Ort präsentierenden Industriepartner. Die enge Verzahnung von Ministerien, Wissenschaft, Betreibern und Verwaltung als Nutzer der deutschen Technik ist aus Sicht des FiW zielführend für eine erfolgreiche Implementierung der Produkte und Projektergebnisse in der chinesischen Wasserwirtschaft.

 

Innovationcluster Major-Water

Als sichtbares Zeichen der Intensivierung der deutsch-chinesischen Forschungskooperation startete im Mai 2015 das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Innovationcluster Major-Water (IC Major-Water) als Begleitvorhaben der Forschungsverbünde des BMBF in China. Der erste Schritt dieser zukunftsorientierten deutsch-chinesischen Zusammenarbeit war der Start der drei deutsch-chinesischen BMBF-Forschungs- und Innovationsprojekte SIGN (IZW: Prof. Dr. Andreas Thiem, Dr. Katrin Schmidt), SINOWATER (FiW: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Max Dohmann, Dr.-Ing. Paul Wermter) und URBAN CATCHMENTS (UFZ: Prof. Dr.-Ing. Olaf Kolditz, Cui Chen-Jokisch).

Herr Univ.-Prof. Dr.-Ing. Max Dohmann wurde vom BMBF als Sprecher des IC Major-Water berufen und wird in China die am Innovationscluster beteiligten 6 außeruniversitären Forschungseinrichtungen, 6 Hochschulen und universitäre Forschungseinrichtungen sowie 12 Unternehmen als nationaler Repräsentant vertreten. Der IC Major-Water ist, in der langjährigen und erfolgreichen Geschichte des vom BMBF entwickelten Maßnahmenprogramms „Internationale Partnerschaften für nachhaltige Klimaschutz- und Umwelttechnologien und -dienstleistungen“ (CLIENT), das erste im BMBF-Forschungsrahmenprogramm FONA – Forschung für nachhaltige Entwicklung – im Bereich „Nachhaltiges Wassermanagement“ geförderte Begleitvorhaben. Ziel ist die Vertiefung der deutsch-chinesischen Forschungs- und Wirtschaftskooperationen und eine nachhaltige Chancenverbesserung für die in den Projekten beteiligten deutschen Unternehmen auf dem chinesischen Markt. Die Koordination des IC Major-Water wird in China durch das BMBF-Projektbüro „Sauberes Wasser“ in Shanghai unterstützt. Das Fördervolumen für das Innovationcluster Major-Water und die drei deutsch-chinesischen Forschungsverbünde beträgt rund 7,35 Millionen Euro und hat eine Laufzeit von 3 Jahren. In der Bündelung der Einzelaktivitäten betont Herr Dr. Ulrich Katenkamp, Leiter des Referats „Ressourcen und Nachhaltigkeit“ im BMBF, das Gewicht der bilateralen Forschungskooperation. Deutsche Partner der Wasser- und Umweltwirtschaft können sich umfassend präsentieren und die in China erforderlichen Netzwerke aufbauen. Mit neuer Intensität wird eine bilaterale Brücke geschlagen von den Ministerien über die Wissenschaft und Produzenten zu den Anwendern in den Betrieben und den Wasser- und Umweltbehörden.

Das IC Major-Water, dessen organisatorische Unterstützung auf deutscher Seite im FiW angesiedelt ist, bietet die Unterstützung bei der Durchführung und letztlich auch der Verwertung für alle BMBF-China-Verbünde und damit auch für die laufenden FiW-Vorhaben WAYS und SINOWATER. Weiterführende Informationen über die Arbeitsinhalte und Verwertungsideen finden Sie im Internet unter:www.sino-german-major-water.net

 

 

 

 

Ansprechpartner


© 2015 Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen e.V.