No records found in storage folder! dynaklim übergibt Forschungsergebnisse an die DWA

dynaklim übergibt Forschungsergebnisse an die DWA

Die wesentlichen Ergebnisse, Erfahrungen und Empfehlungen für den Umgang mit klimatischen Änderungen und Extremwetterereignissen aus dynaklim, der Gremienarbeit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) und ausgewählten Klimaprojekten präsentierten Wissenschaftler und andere Experten auf der Fachtagung „dynaklim meets DWA“ am 29.10.2014 im RuhrCongress Bochum.

Mehr als 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung der Emschergenossenschaft, des Netzwerks dynaklim und der DWA und diskutierten in sechs thematischen Sessions den erreichten Stand des Wissens in den Bereichen Siedlungsentwässerung, Hochwasservorsorge, Gewässerbewirtschaftung und Ressourcenmanagement. Die eintägige Tagung in der Tradition der jährlichen dynaklim-Symposien wurde in diesem Jahr von der Emschergenossenschaft finanziert und organisiert.

Im Auftrag der Emschergenossenschaft erbrachte das FiW alle Leistungen zur Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung.

Hemmnisse systematisch beseitigen, Erkenntnisse in Regelwerke integrieren

„Ziel ist es, diese Erkenntnisse fest in der Praxis zu verankern, um die Folgen des Klimawandels zu verringern“, erklärte Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, zu Beginn der Veranstaltung. Es gehe darum, Umsetzungshemmnisse bei Anpassungsmaßnahmen zu beseitigen sowie die Forschungsergebnisse aus dynaklim und anderen Klimaprojekten jetzt Schritt für Schritt in die vorhandenen Regelwerke zu integrieren. „An vielen Stellen der praktischen Umsetzung bestehen noch technische, ökonomische und organisatorische Hemmnisse. Diese betreffen auch den gesetzlichen Rahmen und die technischen Regelwerke - nicht nur der Wasserwirtschaft, sondern auch der Stadt-, Verkehrs-, Straßen- und Umweltplanung und anderer Disziplinen.“

Dipl.-Ing. Arndt Bock, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach und Vorsitzender der Koordinierungsgruppe Klimawandel der DWA, zeigte in seinem Vortrag auf, wie wichtig der vorsorgende Umgang mit dem Klimawandel auf Seiten der Kommunen und der Institutionen der Wasserwirtschaft als Zuständige für die Umsetzung ist, aber auch die Forschung, die interdisziplinäre Erarbeitung von Lösungen für die Praxis und die wissenschaftliche Begleitung, wie sie dynaklim und andere Klimaprojekte leisten.

„Das Wissen liegt vor, jetzt muss es von Zuständigen und Engagierten in die Praxis umgesetzt werden“, erläuterte Dipl.-Ing. Jens U. Hasse, Koordinator des Netzwerks dynaklim und Bereichsleiter für Zukunftsstrategien am Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V.) in seinem Überblick über die fünfjährige Förderperiode. „In fünf öffentlichen dynaklim-Symposien und 30 anderen Veranstaltungen in der Region, mit bereits über 60 wissenschaftlichen Publikationen auf der dynaklim-Homepage und vielen weiteren Veröffentlichungen und Vorträgen haben die beteiligten Projekt- und Netzwerkpartner Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen zusammengetragen und den Anwendern in Kommunen, Behörden, Unternehmen und Ingenieurbüros zur Verfügung gestellt.“ Die Übergabe der in dynaklim erarbeiteten Konzepte, Maßnahmen und Empfehlungen an die Fachverbände der Wasserwirtschaft sei ein weiterer konkreter Schritt des Wissenstransfers an Experten und die breite Fachöffentlichkeit.

Die Roadmap 2020 – ein Handlungsprogramm nicht nur für die Region Emscher-Lippe

Das zentrale Produkt von dynaklim, die Roadmap 2020 „Regionale Klimaanpassung“, empfiehlt u.a. eine innovative, „wassersensible“ Stadtentwässerung, die mit den sich verändernden Rahmenbedingungen flexibel umgehen kann durch kommunale Überflutungsvorsorge, den weitgehenden Rückhalt von Niederschlagswasser in der Fläche und multifunktionale Überflutungsflächen. Für den Umgang mit Nutzungskonkurrenzen von Grund- und Oberflächenwasserressourcen wurden im Rahmen des regionalen Roadmap-Prozesses ebenso umfangreiche Handlungsvorschläge erarbeitet wie für den Bereich der Wasserversorgung, der wirtschaftlichen Entwicklung von Unternehmen und der klimagerechten, hitzerobusten Stadtentwicklung. Die Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge der Roadmap 2020 „Regionale Klimaanpassung“ werden ergänzt durch die parallel erarbeiteten dynaklim-Politikempfehlungen.

„Die Besonderheit und das Wertvolle an dynaklim ist der regionale Charakter, das Herunterbrechen auf die konkrete Region“, ergänzte Dipl.-Ing. Bauass. Otto Schaaf, Präsident der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) in seinem abschließenden Blick auf die nächsten Schritte. Die vorgestellten Strategien seien nicht nur theoretisch entwickelt, sondern auch gemeinsam mit anderen Disziplinen in diversen Pilotprojekten erprobt und möglichst auf andere Regionen übertragbar gemacht worden. Die DWA als Fachverband der deutschen Wasserwirtschaft mit mehr als 14.000 Mitgliedern und zahlreichen Netzwerken werde die Ergebnisse und Empfehlungen von „dynaklim meets DWA“ in die weitere Gremienarbeit aufnehmen. Er kündigte an, dass die Fachtagung ab dem kommenden Jahr regelmäßig als „DWA-Klimatage“ fortgeführt werden soll, so bereits wieder im Herbst 2015 in Essen.

Die Beiträge und Ergebnisse der Tagung „dynaklim meets DWA“ werden voraussichtlich im Frühjahr 2015 in Sonderheften der DWA-Zeitschriften „Korrespondenz Abwasser“ (KA) und „Korrespondenz Wasserwirtschaft“ (KW) veröffentlicht.

 

dynaklim steht für „Dynamische Anpassung an den Klimawandel in der Emscher-Lippe-Region“ und entwickelt seit 2009 robuste und flexible Strategien und Maßnahmen, wie besonders in urbanen Räumen mit ihrer Infrastruktur den prognostizierten Klimafolgen vorausschauend begegnet werden kann. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der durch das dynaklim-Netzwerk erarbeiteten Roadmap 2020 wird nach Ablauf der ersten Förderphase im Juni 2014 fortgesetzt.

Koordiniert wird das Projekt vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V..

 

Bildergalerie (Bildrechte: Emschergenossenschaft)

 
 
 
Aktuelles    dynaklim übergibt Forschungsergebnisse an die DWA
 
 
 
Druckversion
Deutsch - English