Aus- und Fortbildung zur anaeroben Klärschlammbehandlung und energetischen Verwertung von Biogas

Auftraggeber: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Das FiW ist beauftragt, ein mehrjähriges Aus- und Fortbildungsprogramm für die tunesische Abwasserbehörde ONAS (Office National de l´Assainissement) in Deutschland und Tunesien durchzuführen. Die lokalen Kompetenzen Tunesiens sollen umfassend in den Bereichen Entwurf, Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung der anaeroben Klärschlammbehandlung und der energetischen Verwertung des erzeugten Biogases gestärkt werden. Da in dieser Technologie bislang nur sehr wenig Know-how im eigenen Land entwickelt werden konnte, kamen in einer ersten Phase des Projektes über 50 ONAS-Mitarbeiter / -innen nach Deutschland. Dabei werden in verschiedenen Ausbildungseinheiten Entscheidungsträger, Ingenieure, Techniker individuell und bedarfsgerecht geschult. Diese Phase konnte mit der letzten Gruppe im April 2015 abgeschlossen werden.

In einer zweiten Projektphase werden in Tunesien die Ausbaumaßnahmen der Kläranlagen durch einen internationalen ,,Betriebsingenieur“ begleitet. Die Mitarbeiter werden somit direkt an ihrem Arbeitsplatz geschult. Zudem werden als wesentlicher Schwerpunkt des Ausbildungskonzeptes während beider Projektphasen gezielt vier Trainer der ONAS ausgebildet, die später für die Weitervermittlung des Wissens und die Sicherung der Nachhaltigkeit Sorge tragen sollen.

 

Ausbildung von Ingenieuren und Technikern der ONAS in sieben Gruppen in Deutschland

 

Im April, Juni, September und November 2013 waren vier Gruppen von Ingenieuren der ONAS für jeweils zwei Wochen in Deutschland, im September und November 2014 sowie April 2015 nochmals drei Technikergruppen für jeweils drei Wochen.

Das abwechslungsreiche Trainingsprogramm bestand aus Theorieeinheiten sowie Fachexkursionen zu Kläranlagen verschiedener Ausbaugröße in der Region (u. a. Stolberg, Eilendorf, Eschweiler, Düren, Köln, Buchenhofen und Hagen).Die halbtechnische Faulungsanlage des FiW in der Versuchshalle auf der Kläranlage Stolberg kam zum Einsatz, insbesondere bei den Technikern, da diese vor Ort in Tunesien die Arbeit an den Faulungsanlagen auch selbst durchführen werden. Dabei wurde der Schwerpunkt auf praktische Versuchsreihen an der halbtechnischen Anlage gelegt, indem z. B. konkrete Betriebssituationen simuliert werden, die bei der Klärschlammfaulung auftreten können und wie darauf zu reagieren ist. Die Teilnehmer konnten dort einfache Parameter selbst bestimmen, den Einfluss von Störgrößen auf den Faulungsprozess verstehen lernen und die Bestandteile einer automatischen Prozesssteuerung der Anlage kennenlernen. In einer e-learning-Einheit konnten die Teilnehmer selbstständig das erlernte Wissen wiederholen und weiter vertiefen.

Einen besonderen Dank möchten wir an dieser Stelle an die Kläranlagenbetreiber und im Besonderen an das freundliche Personal vor Ort von den von uns besuchten Kläranlagen richten. Die offene Bereitschaft zur Beantwortung der vielen Fragen der interessierten Teilnehmer ermöglicht diesen einen wertvollen Einblick in die praktischen Fragen des täglichen Betriebes von Faulungsanlagen.

 

 

 

 

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