Wirtschaftliche Analyse der Wassernutzungen im Rahmen der Umsetzung der WRRL


Wirtschaftliche Analyse der Wassernutzungen im Rahmen der Umsetzung der WRRL

 

Auftraggeber: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV)

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz (MULEWF)

Flussgebietsgemeinschaft Elbe (FGG Elbe)

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU Niedersachsen)

 

Im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL-Richtlinie 2000 / 60 / EG) ist nach Art. 5 Abs. 1 eine Bestandsaufnahme für jede Flussgebietseinheit durchzuführen. Die Bestandsaufnahme beinhaltet auch eine „wirtschaftliche Analyse der Wassernutzungen“ im folgenden kurz „wirtschaftliche Analyse“ genannt, um die Planung von ursachengerechten und wirksamen Maßnahmenprogrammen zu unterstützen und dabei den ökonomischen Hintergrund der gegenwärtigen Nutzungen und Belastungen der Gewässer zu berücksichtigen.

In Deutschland sind die Bundesländer für die Erstellung und Aktualisierung der wirtschaftlichen Analyse zuständig. Um eine einheitliche Darstellung der Analyseergebnisse gewährleisten zu können, hat die Bund / Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) für die erste Aktualisierung der wirtschaftlichen Analyse eine Handlungsempfehlung entwickelt (LAWA 2012). Die Handlungsempfehlung enthält eine Mustergliederung mit richtlinienrelevanten wasserwirtschaftlichen Themenbereichen und eine Methodik, die eine bundeseinheitliche Verschneidung der statistischen Daten (die im Allgemeinen auf Verwaltungsgrenzen bezogen sind) mit hydrologischen Flächeneinheiten ermöglicht.

Das FiW hat die wirtschaftlichen Analysen für die Länder Nordrhein-Westfalen (im Auftrag des MKULNV) und Rheinland-Pfalz (im Auftrag des MULEWF) erstellt. Durch die in der WRRL geforderte Betrachtung von Flussgebietseinheiten (FGE) waren in Nordrhein-Westfalen die vier FGE Rhein, Ems, Weser und Maas und in Rheinland-Pfalz die FGE Rhein einzubeziehen. Zur Berücksichtigung regionaler Besonderheiten wurde in Rheinland-Pfalz die FGE Rhein weiter in vier Bearbeitungsgebiete unterteilt. Im ersten Teil der wirtschaftlichen Analyse wird die wirtschaftliche Bedeutung der Wassernutzung anhand von gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen beschrieben und die Wasserdienstleistungen (öffentliche Wasserver- und Abwasserentsorgung) in den Mittelpunkt gestellt. Außerdem werden sonstige Wassernutzungen, wie die nicht-öffentliche Wasserver- und Abwasserentsorgung, die Land- und Forstwirtschaft, die Energiewirtschaft, die Schifffahrt und der Hochwasserschutz sowie weitere regional bedeutende Wassernutzungen (z. B. Weinbau, Sand- und Kiesabbau) behandelt. Der zweite Teil der wirtschaftlichen Analyse widmet sich der Entwicklung der Wassernutzungen anhand eines Baseline-Szenarios und macht Angaben zur Kostendeckung der Wasserdienstleistungen.

Unterschiedliche Wassernutzungen können zwischen den einzelnen Nutzergruppen zu Nutzungskonflikten führen. Umso wichtiger ist es, die wirtschaftliche Analyse als gemeinsame Basis aller Wassernutzer zu verstehen. Deshalb erarbeitete das FiW die wirtschaftliche Analyse sowohl in NRW als auch in Rheinland-Pfalz in enger Abstimmung mit den Auftraggebern, welche die verschiedenen Fachbereiche einbezogen. In NRW war außerdem eine begleitende Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der betroffenen Interessengruppen, an der wirtschaftliche Erstellung der Analyse beteiligt.Mit den Erfahrungen aus den beiden wirtschaftlichen Analysen in NRW und Rheinland-Pfalz erstellt das FiW derzeit die wirtschaftliche Analyse für die Flussgebietsgemeinschaft Elbe. Die FGE Elbe tangiert zehn Bundesländer, weshalb auch hier die Abstimmung mit den Ländervertretern ein wichtiger Inhalt bei der Erstellung der wirtschaftlichen Analyse sein wird.

 

 

 

 

Ansprechpartner


© 2015 Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen e.V.