Entwicklung von Auswerteroutinen für die Datenbanken zu Niederschlagswassereinleitungen in NRW und Methoden zur Ermittlung punktueller Einleitungen aus Mischwassersystemen


Entwicklung von Auswerteroutinen für die Datenbanken zu Niederschlagswassereinleitungen in NRW und Methoden zur Ermittlung punktueller Einleitungen aus Mischwassersystemen

 

Auftraggeber: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV)

 

Durch Niederschlagswassereinleitungen werden Gewässer erheblichen hydraulischen und stofflichen Belastungen ausgesetzt. Zur Beurteilung der Gewässer und ihrer Belastungen müssen diese Belastungen im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie qualifiziert und quantifiziert werden, auch in NRW.

Die bisher händisch geführten Auswertungen basieren dabei auf wasserwirtschaftlichen Informationen, die in Datenbanken gesammelt sind (bisher über ELWAS-WEB in REBEKA, NIKLAS-IGL und NIEWA; künftig zusammengefasst in ELKA). Unter der Berücksichtigung von Plausibilitätskriterien wurden am FiW, gemeinsam mit dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen (ISA), Auswerteroutinen entwickelt, die auf Basis des Zentralbeckenansatzes eine automatisierte Berechnung von Misch- und Trennwasseremissionen in Kläranlageneinzugsgebieten und in den im Lagebericht definierten 293 Flussgebieten ermöglichen.


Methoden zur Ermittlung punktueller Einleitungen aus Mischsystemen

Zudem wurden im Vorhaben Ansätze entwickelt, mit denen auf Grundlage der Daten aus den Landesdatenbanken bauwerksscharf das Entlastungsverhalten von Sonderbauwerken in Mischwassersystemen abgeschätzt werden kann. Das Land NRW hat damit ein Werkzeug, um z. B. Rückschlüsse auf mögliche Defizite und demzufolge notwendige Maßnahmen u. a. zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu ziehen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ansätze grundsätzlich keine hydrologische oder hydrodynamische Simulation ersetzen. Sie sind aber dazu geeignet, eine schnelle und einfache Erstbeurteilung der Ist-Lage zu bekommen. Es wurden verschiedene Ansätze aufgestellt und exemplarisch auf ihre praktische Nutzbarkeit und Genauigkeit geprüft. Auch hinsichtlich ihrer Sensitivität gegenüber verschiedenen Parametern (Gebietskenngrößen, Niederschlag) wurden Untersuchungen angestellt. Anschließend wurde auf Grundlage dieser ersten Untersuchungen ein Ansatz zur Weiternutzung und -entwicklung empfohlen. Ziel ist, dass dieser Ansatz künftig zur automatisierten Abschätzung der Entlastungsrate in die Datenbanken des Landes integriert werden kann.

 

 

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