Unterstützung der Papierfabrik Tillmann bei der Inbetriebnahme der Biogasentschwefelungsanlage


Unterstützung der Papierfabrik Tillmann bei der Inbetriebnahme der Biogasentschwefelungsanalge

 

Auftraggeber: Fa. Katharina Tillmann Papier- und Wellpappenfabrik e. K.

 

Durch das FiW wird regelmäßig auch Unterstützung bei ganz praktischen Fragestellungen geleistet. Dies ist möglich, da viele Mitarbeiter umfangreiche Praxiserfahrungen aus anderen Unternehmen und Abwasserbetrieben mitbringen. So erfolgte Ende 2014 die Anfrage von der Fa. Tillmann, bei der Ab- und Inbetriebnahme der Biogasentschwefelung an der dortigen Anaerobanlage fachliche Unterstützung zu geben.


Im Januar 2012 ist auf dem Gelände der Papierfabrik ein Blockheizkraftwerk in Betrieb gegangen. Die für die Papierproduktion benötigte Wärme und die elektrische Energie werden vor Ort in einer Gasturbinenanlage erzeugt. Für die Zusatzfeuerung ist vorgesehen, das in der anaeroben Abwasserreinigungsstufe entstehende Biogas zusammen mit dem Erdgas einzusetzen. Das Biogas muss jedoch vorher weitgehend entschwefelt werden. Dafür wurde eine Anlage zur weitgehenden Biogasentschwefelung errichtet, deren Bau- und Inbetriebnahme sich sehr stark verzögerte. Die Biogasentschwefelung erfolgt bei der Papierfabrik Tillmann nach dem sog. Desulph-Verfahren, bei dem der Schwefelwasserstoff zunächst mit einer verdünnten NaOH-Lösung aus dem Biogas gewaschen wird und anschließend eine biologische Regenerierung erfolgt. Als Endprodukt des Entschwefelungsprozesses liegt der Schwefel zu einem sehr großen Teil in fester Form vor.

Bei der Inbetriebnahme der Entschwefelungsanlage wurde die Fa. Tillmann durch das FiW u. a. bei der Erstellung des Prüfprogrammes insbesondere hinsichtlich Gasdichtigkeit und Gewährleistung einer ausreichenden Reingasqualität sowie bei der Festlegung der Betriebsparameter im Dauerbetrieb unterstützt. Darüber hinaus erfolgte eine Prüfung der Dokumentation und es wurden Vorschläge / Vorgaben für die as-built-Dokumentation zum sicheren sowie nachvollziehbaren Betrieb der Anlage erarbeitet.

Im Rahmen der Inbetriebnahme wurde u. a. auch eine Bachelor-arbeit erstellt, in der die administrativen und praktischen Schritte dokumentiert und Vorschläge zur Optimierung erarbeitet wurden. Es waren mehrere Anläufe zur Inbetriebnahme einschließlich anlagentechnischer Nachbesserungen notwendig, bevor die Anlage für die endgültige Inbetriebnahme bereit war.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten lag in der Findung und Fixierung eines sicheren Entsorgungsweges für den entstehenden Schwefel. Dies gestaltete sich weitaus schwieriger als gedacht, da die zu entsorgenden / zu recycelnden Mengen recht gering waren und die Zuordnung eines geeigneten Abfallschlüssels nicht eindeutig möglich war. Aus stofflich-technischer Sicht und anhand der Schadstoffparameter wäre eine landwirtschaftliche Nutzung als Schwefeldünger möglich, jedoch nicht aus administrativ-rechtlicher Sicht.

 

 

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