No records found in storage folder! Optimierung des Faulgasanfalls mittels Additiven – Halbtechnische Untersuchungen in der FiW-Versuchshalle zur anaeroben Schlammbehandlung

Optimierung des Faulgasanfalls mittels Additiven – Halbtechnische Untersuchungen in der FiW-Versuchshalle zur anaeroben Schlammbehandlung

 

Auftraggeber: YARA Industrial GmbH

 

Auf dem Gelände der Kläranlage Stolberg in der Versuchshalle des FiW ist eine anaerobe Versuchsanlage entstanden. Die Anlage erlaubt praxisnahe Untersuchungen und das Experi-mentieren mit veränderten Parametern, wobei die Auswirkungen auf den gesamten verfahrenstechnischen Prozess einfach erkannt werden können, ohne die sensible Biozönose einer großtechnischen Faulungsanlage zu gefährden.

 

Die Versuchsanlage wird mit dem Rohschlamm der Kläranlage Stolberg beschickt; hierdurch können die Betriebsdaten der Versuchsanlage mit der Großtechnik validiert werden. Für Untersuchungszwecke stehen insgesamt fünf Versuchs-fermenter zur Verfügung:

  • Zwei 50 l Fermenter für Pilotuntersuchungen
  • Ein 500 l, ein 1.400 l sowie ein 2.200 l Fermenter mit vollautomatischer SPS-Steuerung für verfahrenstechnische UntersuchungenSämtliche Fermenter können im Zu- und Ablauf beprobt und online hinsichtlich der Parameter pH, Redoxpotential und Temperatur überwacht werden. Die Gasproduktion wird mittels Gasmesstechnik (Gasuhr, Barometer, Hygrometer) kontinuierlich und fermentergenau überwacht. Auch kann die Gaszusammensetzung ebenfalls auf die üblichen Biogaskomponenten analysiert werden.

Für den YARA-Auftrag wurden an dieser Versuchsanlage von Juni bis Oktober 2014 Fermentationsversuche zur Prüfung einer verbesserten Biogasbildungsrate durch Additive gefahren. Der Untersuchungsumfang war:

  • Fermentationsversuche unter Additiv-Einsatz bei kontinuierlicher Überwachung und Beprobung sowie Abgleich mit additivfreiem Referenzfermenter,
  • kontinuierliche Überwachung der Schlammproben in Zu- und Ablauf aller Fermenter sowie des Prozesswassers(NH4+, NO3-, CSB, TS, oTS, u. a.),
  • Untersuchungen und Überwachung von Gasquantität und -qualitäten (CH4, CO2, H2S).

Auf Basis der Ergebnisse aus den Versuchen in Stolberg erfolgt ein Scale-up der Versuche auf die Großtechnik an mehreren Anlagen. Diese Versuche werden an einem Kläranlagenstandort mit 83.000 EW ebenfalls vom FiW wissenschaftlich begleitet.

 

Forschung und Weiterbildung

Neben der Industrieberatung und der Durchführung von Versuchsreihen im Bereich der Forschung und Entwicklung ist in der FiW-Versuchshalle in Stolberg auch die praxisnahe Aus- und Fortbildung von Betriebspersonal möglich. Alles, was im Betrieb einer großtechnischen Anlage nicht einfach so umgesetzt werden könnte, darf hier zu Schulungs- und Ausbildungszwecken ausprobiert werden. „Hands-on“: selber Hand anlegen können, ist für die Vermittlung und Verankerung von Wissen immer noch der nachhaltigste Weg.

Es steht hierzu auch ein Schulungsraum für ca. 20 Personen zur Verfügung, in dem theoretische Unterrichtseinheiten stattfinden und Versuche ausgewertet sowie diskutiert werden können.

 

 

Ansprechpartner

 
 
 
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