No records found in storage folder! WAYS – Organische Reststoffe als Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung in der Region Chongzhou

WAYS – Organische Reststoffe als Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung in der Region Chongzhou

 

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Partner: Tsinghua University, Beijing,Sichuan Agricultural University, Yaan

 

Jährlich fallen in China mehr als 360 Mio. Tonnen häusliche Abfälle an, wobei 150-160 Mio. t in Städten anfallen. Der geringere Anteil der städtischen Abfälle ist auf die weiterhin hohen Bevölkerungszahlen in sub-urbanen und ruralen Gebieten zurückzuführen. Der landwirtschaftliche Sektor erzeugt außerdem eine erhöhte Menge an landwirtschaftlichen Reststoffen von ca. 650 Mio. t Ernterückstände und ca. 3 Bio. tWirtschaftsdünger aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung.

In einem ersten Schritt wurde eine Potentialabschätzung zur Erfassung der Anfallmengen organischer Reststoffe durchgeführt. In Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern und lokalen Behörden der Stadt Chongzhou wurden z. B. demographische, abfallspezifische, landwirtschaftliche und wasserwirtschaftliche Daten erhoben. Diese Daten dienten als Grundlage für die Potentialabschätzung und die Entwicklung eines Konzeptes zum regionalen Management zur Energienutzung organischer Abfälle. Die Recherchen zeigten auch neue Ansätze zur Verwertung organischer Reststoffe, die in dieser Region verfolgt werden. Eine ortsansässige Firma stellt aus landwirtschaftlichen Reststoffen Pellets her und vertreibt Herde, die mittels Pellets beheizt werden. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass nachhaltige Verwertungspfade beschritten werden, um Abfallströme als Ressource zu nutzen und Emissionen zu senken. Auf diesem Credo baut das erarbeitete Konzept zur Nutzung organischer Abfälle auf. Es werden Wege, vor allem technischer Natur aufgezeigt, anfallende organische Abfallströme nachhaltig zu nutzen. Neben der regionalen Verfügbarkeit sind ebenfalls die Nutzungskonkurrenzen für die unterschiedlichen organischen Abfälle in die Betrachtungen mit einbezogen worden. Eine eher städtische Ressource, die es zu nutzen und zu entsorgen gilt, sind Gastronomieabfälle, in erster Linie aus Restaurants und deren Küchen, die auch eine hohe Relevanz in landwirtschaftlich geprägten Regionen haben, wie Chongzhou.

Das entworfene Konzept stellt mögliche Verwertungspfade für die folgenden organischen Ressourcen dar:

  • landwirtschaftliche Reststoffe, wie z. B. Ernterückstände und Wirtschaftsdünger aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung,
  • industrielle organische Reststoffe,
  • häusliche organische Reststoffe und
  • Gastronomieabfälle.

Für die energetische Nutzung von Gastronomieabfällen und Wirtschaftsdünger aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist die Verwertung in einer Biogasanlage mit anschließender Verstromung des Biogases in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) oder einer Aufbereitung des Faulgases zu Biomethan eine nachhaltige Option. Biogas kann z. B. in regionalen Biogasnetzen an Landwirte abgegeben werden, die die Biogasanlage beliefern und das Biogas z. B. zum Kochen einsetzen können. Bei der BHKW-Nutzung kann der erzeugte Strom z. B. ins Netz eingespeist werden und die erzeugte Wärmeenergie kann neben dem Einsatz für die Fermenterbeheizung ortsnah an landwirtschaftliche Industriebetriebe oder für regionale Nahwärmenetze eingesetzt werden. Biomethan kann als Kraftstoff oder in regionalen Gasnetzen Anwendung finden. Für landwirtschaftliche Reststoffe, wie z. B. Reisstroh, Weizenstroh u. a., bietet eine Verwertung in einem Strohheizkraftwerk die Möglichkeit das energetische Potential des Strohs in einem höheren Maße zu nutzen als bei einer Verwertung in einer Biogasanlage. Durch die energetische Nutzung von Faulgas und Stroh kann Kohle als Energieträger durch die genannten erneuerbaren Ressourcen substituiert werden. Des Weiteren ist eine Ergänzung der rein energetischen Nutzung der organischen Abfallressourcen durch eine stoffliche Verwertung sinnvoll. Landwirtschaftliche Reststoffe, häusliche organische Reststoffe und ggf. Klärschlamm sind außerdem als Eingangsmaterialien für eine Kompostierung geeignet. Als Nutzungspfade ergeben sich für den Kompost und den Gärrest aus der Biogasanlage die Aufbringung in der Landwirtschaft, Einsatz im Landbau oder der Verkauf an städtische Betriebe der Grünflächenbewirtschaftung.

 

 

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