Grünschnittpotentiale im Verbandsgebiet der Emschergenossenschaft

 

Auftraggeber: Emschergenossenschaft

An Kläranlagenstandorten und im Bereich der Gewässerunterhaltung entstehen erhebliche Bewirtschaftungs- und Entsorgungskosten für die Grünraumbewirtschaftung. Im Sinne einer effizienten Ausnutzung von Ressourcen stellt sich die Frage, wie diese Reststoffe aus der Grünraumbewirtschaftung einem nachhaltigen Kreislauf zugeführt werden können. Grün- und Strauchschnitt bieten sich als Grundstoff für eine energetische Verwertung an.

Im Auftrag der Emschergenossenschaft erstellte das FiW eine Potentialstudie zu den Grünschnittpotentialen im Verbandsgebiet. Eine Methodik wurde entwickelt, die die Bewirtschaftungsflächen der Grünschnittpflege klassifiziert und die unterschiedlichen Flächentypen (unterschiedlicher Pflanzenbewuchs der Flächen) kategorisiert. Des Weiteren wurden die Fraktionen Grün- und Rasenschnitt, Wiesenschnitt und Gehölzschnitt als Reststofftypen festgelegt. Für diese drei Fraktionen wurden konservative Annahmen bzgl. ihrer Aufwuchspotentiale anhand von Literaturwerten gewählt, um eine Potentialabschätzung hinsichtlich der minimalen Verfügbarkeiten der Grünschnittfraktionen zu erarbeiten. Ausgehend von den erhobenen Flächendaten und den getroffenen Annahmen wurde die Potentialabschätzung für die einzelnen Fraktionen durchgeführt. Ein Ist-Szenario und eine Prognose für das Jahr 2020 wurden erarbeitet. Die Änderung der Anfallmengen für die Prognose basiert auf dem fortschreitenden Umbau und der Renaturierung der Emscher und deren Nebengewässer.

Als Verwertungsstandorte bieten sich Kläranlagen an, da sie innerhalb der drei Betriebsbereiche der Emschergenossenschaft zentral gelegen sind. Außerdem bieten Kläranlagen bereits vorhandene Infrastruktur, wie z. B. Faulbehälter, in denen Grünschnitt als Co-Substrat verwendet werden kann. Die Kläranlage Bottrop bietet darüber hinaus die Klärschlammverbrennung, bei der Gehölzschnitt, z. B. in Form von Holzhackschnitzeln, als Zuschlagsstoff eingesetzt werden könnte.

Die Potentialabschätzung ergab, dass zwei Fraktionen, Grasschnitt und Gehölzschnitt, bei der Grünflächenbewirtschaftung im Verbandsgebiet der Emschergenossenschaft anfallen, für die unterschiedliche Verwertungswege genutzt werden können unter Nutzung der vorhanden Strukturen, speziell auf Kläranlagen. Der Grasschnitt wird nach einer Vorbehandlung, einer Hydrolyse, als Co-Substrat den auf den ausgewählten Kläranlagen vorhandenen Faulbehältern zugegeben. Der Gehölzschnitt kann in Form von Holzhackschnitzeln als Substitut für Stein- und / oder Braunkohle bei der Klärschlammverbrennung eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Potentialabschätzung zeigen, dass der Grünschnittanfall mit insgesamt ca. 4.000 t FM / a (2013 / 14) und einem prognostizierten Anfall von ca. 1.300 t FM / a im Jahr 2020 im niedrigen Bereich der Anfallmengen liegen. Vergleicht man den Anfall mit einer Kommune im ländlichen Raum (Einwohnerzahl: ca. 30.000) liegt der Anfall einzelner Betriebsbereiche in der ähnlichen Größenordnung. Eine Mitverwertung in den vorhandenen Strukturen der Kläranlagen ist nicht wirtschaftlich darstellbar. Deshalb wurde für die Fraktionen Grasschnitt und Gehölzschnitt ein Verwertungsweg innerhalb der Strukturen der Kläranlagen gewählt. Für den Grasschnitt bietet sich Co-Fermentation in den drei großen Kläranlagen der Emschergenossenschaft an. Durch die niedrigen Anfallmengen sind Feedströme des Co-Substrats von einigen Kubikmetern pro Tag zu erwarten, die nur einen geringen Anteil der freien Kapazitäten nutzen. Die anfallenden Gehölzmengen reichen aus, um bis zu einige Prozent der Kohle zu substituieren.

Eine Erhöhung der Co-Substratmengen würde die Realisierung der Verwertungspfade wirtschaftlicher darstellen. Aber die Beschaffung weiterer Substrate stellt sich schwierig im Verbandsgebiet der Emschergenossenschaft dar. Die Transportwege sind zwar kurz, aber die Verfügbarkeit von Substraten niedrig. Und im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit ist der Substratpreis in diesem Fällen immer ein ausschlaggebendes Kriterium.

 

 

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