WRRL-Symposium

Symposium zur Begleitung der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in NRW 2. Maßnahmenprogramm – Grünes Licht für guten Zustand am 13./14. April 2016 in Oberhausen

 

Das 2. Maßnahmenprogramm stand im Fokus des 11. WRRL-Symposiums NRW, welches am 13./14. April 2016 im LVR-Industriemuseum in Oberhausen stattfand. Das Symposium ist eine gemeinsame Veranstaltung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz mit den Landesverbänden der technisch wissenschaftlichen Vereinigungen DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.) und BWK (Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau e.V.). Organisiert wurde das Symposium dieses Jahr vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V. 

Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich, um sich über den aktuellen Stand der Wasserrahmenrichtlinie zu informieren. NRW-Umweltminister Johannes Remmel betonte insbesondere, dass der gute Zustand der Gewässer nur gemeinsam erreicht werden kann. Der Sachstand und die bisherigen Fortschritte bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in NRW, zu dem viele der Anwesenden einen Beitrag geleistet haben, wurde von Monika Raschke präsentiert, Referatsleiterin Flussgebietsmanagement beim MKULNV.
Prof. Dr.-Ing. Schüttrumpf von der RWTH Aachen führte in seinem Vortrag „Morphologie lebendiger Gewässer“ vor Augen, dass Gewässer natürliche Systeme sind und daher immer einer Dynamik unterliegen, die nur teilweise nachvollzogen und beeinflusst werden kann. Für Umsetzungsmaßnahmen ist es wichtig, dies zu berücksichtigen. 

Das 2. Maßnahmenprogramm und die folgenden gemeinsamen Schritte waren Thema der von Frau Dr. Pawlowski (MKULNV) eingeführten und von Frau Albrecht (WDR) moderierten Podiumsdiskussion. Vertreter von Wasserverbänden, Kommunen, der Landwirtschaft und des Naturschutzes teilten ihren Blick auf die Umsetzung der WRRL und stellten Ansätze vor. Herr Flender, Untere Wasserbehörde Ennepe-Ruhr-Kreis, wies auf die Problematik hin, dass die Bewirtschaftung der Gewässer bisher auf den Nutzen des Menschen ausgerichtet war. Mit der WRRL kehre sich das Ziel um; jedoch müssen die Bürger mitgenommen werden. Herr Kröfges, Vertreter des BUND, lobte, dass die Herausforderung erkannt wurde und viel getan werde, jedoch könne noch mehr Engagement bei der Umsetzung nicht schaden. Einige Projekte u.a. die Installation der 4. Reinigungsstufe in Dülmen wurden von Herrn Grün, Vorstand der Emschergenossenschaft / Lippeverband, vorgestellt. Er gab mit, dass dies ein Weg sei, die Kosteneffizienz aber immer geprüft werden muss. Herr Müller von den Technischen Betrieben Solingen gab zu bedenken, dass manchmal ein „Weiter wie bisher“ nicht die gewünschten Ergebnisse bringe, sondern Handlungsweisen an Situationen angepasst werden müssen, wie bspw. der Umgang mit dem Wasser in der Stadt Solingen – kein Bau größerer Kanäle, sondern Schaffung von Rückhaltebereichen. 

„Best practices“ standen im Fokus des späten Nachmittags. Bei der Umsetzung der WRRL in NRW gibt es in vielen Bereichen gute Beispiele, wie mit den Herausforderungen der WRRL umgegangen wird. Herr Hurtig (Kreis Soest) präsentierte Umsetzungsmaßnahmen an der Ahse, zugleich jedoch auch, dass viele Flüsse noch in schlechtem Zustand und nur begrenzte Mittel zur Verbesserung vorhanden sind. In „Schotter für die Alme“ zeigte Herr Karthaus (WOL), wie sich die Alme durch Renaturierungsmaßnahmen positiv entwickelt hat. Aus der Landwirtschaft führte Herr Gussen (Rheinischer Landwirtschafts-Verband) den Stand der Technik für die Ausbringung von Dünger in seinem Betrieb vor, der eine Überdüngung und Gefährdung der Natur verhindern soll. Mit der weitergehenden Abwasserreinigung an der Ems-Lutter zeigte Herr Bruhn (Abwasserverband Obere Lutter) die Erfolge durch die Einführung einer 4. Reinigungsstufe.

Der zweite Tag startete mit den „Anforderungen an den Vollzug“. Frau Dr. Pawlowski (MKULNV) stellte das neue Landeswassergesetz und die damit einhergehenden Anforderungen an die Bewirtschaftung sowie die Konsequenzen für die Umsetzung der WRRL vor. Prof. Durner (Universität Bonn) nahm sich das Maßnahmenprogramm aus Sicht der Zulassungsbehörden vor und präsentierte, dass sich Schwierigkeiten dadurch ergeben, dass der Rahmen des Ermessens durch die Behörde festgelegt werden muss. Abschließend befasste sich Frau Kaste (MKULNV) mit Beispielen aus dem Maßnahmenprogramm und zeigte die Bandbreite der Maßnahmen, die im Abwasserbereich ergriffen werden können.

„Auf dem Weg zu einer integralen Gewässerbewirtschaftung“  zeigten die Referentin und Referenten des Blockes, dass es schon viele gute Beispiele für eine integrale Gewässerbewirtschaftung vorliegen. Herr Gräfe (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) präsentierte den Stand der Umsetzung der WRRL am Beispiel der Phosphorbelastung in hessischen Fließgewässern. Hier sind zwar noch einige Maßnahmen erforderlich, jedoch scheint ein guter Weg gefunden. Die mengenmäßige Bewirtschaftung des Grundwassers in Niedersachsen wurde von Frau Brase aus dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz beleuchtet. Sie zeigte nicht nur den Stand, sondern gab den Teilnehmern auch die Verfahrensweise der Unteren Wasserbehörde mit auf den Weg. Herr Drüke (Bezirksregierung Arnsberg) wandte sich dem Thema der prioritären Stoffe zu. Im Regierungsbezirk Arnsberg gibt es einige Stoffe, die eine Belastung darstellen. Herr Drüke präsentierte diese und gab gleich Maßnahmen zur Reduzierung mit.

Die diesjährige Ausstellung stellte ebenfalls Positivbeispiele für Gewässerprojekte in NRW in den Mittelpunkt. Großen Raum nahm hierbei die Wanderausstellung „Lebendige Gewässer in NRW“ des NRW-Umweltministeriums und der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) ein. Die Ausstellung soll die praktische Gewässerschutzarbeit vor Ort unterstützen und kann ab sofort kostenfrei bei der NUA ausgeliehen werden.

Die Diskussionen und die Pausen des Symposiums wurden zum konstruktiven Austausch genutzt und haben sicher dazu beigetragen, dass noch mehr gute Praxisbeispiele im nächsten Jahr vorgestellt werden können. Eine kurze Zusammenfassung sowie die Vorträge finden Sie auch unter www.flussgebiete.nrw.de.

 

 

 
 
 
Aktuelles    WRRL-Symposium
 
 
 
Druckversion
Deutsch - English