No records found in storage folder! Symposium zur Begleitung der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in NRW

Gemeinsam Was(ser) bewegen - Strategien zur Umsetzung am 29./30. März 2017 in Oberhausen

Im Fokus des diesjährigen WRRL-Symposiums NRW standen die gemeinsamen Anstrengungen, welche in NRW und darüber hinaus unternommen werden, um einen besseren Zustand der Gewässer zu erreichen. Das Symposium fand am 29./30. März 2017 im LVR-Industriemuseum in Oberhausen statt. Organisiert wurde das Symposium dieses Jahr vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V.

Über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich, um sich über den aktuellen Stand der Wasserrahmenrichtlinie zu informieren. NRW-Umweltminister Johannes Remmel begrüßte die „Wasserfamilie aus NRW“ und betonte, dass für jedes Gewässer spezifische Lösungen gefunden werden müssen, die oftmals nur in enger Zusammenarbeit und Abstimmung gefunden werden können. Sabine Lauxen von der Stadt Oberhausen zeigte zur Eröffnung am Beispiel des Oberhausener Rotbachs auf, wie ein gemeinsames Wirken unter Einbeziehung der Öffentlichkeit erfolgreich funktionieren kann. Der Sachstand und die bisherigen Fortschritte bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in NRW, zu dem viele der Anwesenden einen Beitrag geleistet haben, wurde von Gerhard Odenkirchen präsentiert, Abteilungsleiter beim MKULNV. PD Dr. Hahn von der Universität Koblenz-Landau sprach in seinem Vortrag „Grundwasserökologie - Besonderheiten, Stressoren, Anwendung“ über das Grundwasser. Dieser älteste Lebensraum der Erde beherbergt zahlreiche Lebewesen, über deren Vorkommen und geeignete Schutzmöglichkeiten bislang noch wenig bekannt ist.

 

Der Block „Grundwasserschutz mit der Landwirtschaft“ wurde mit dem Vortrag „Effizienzsteigerung durch Innovationen in der landwirtschaftlichen Beratung“ seitens Franz-Josef Schockemöhle von der Landwirtschaftskammer NRW eingeleitet. In diesem stellte er vielversprechende Methoden zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen wie Nitrat und Phosphat vor. Mit dem deutschlandweit einmaligen Einsatz von Saugplatten, der momentan in ausgewählten Modellbetrieben getestet wird, soll zudem der  Umfang von Nährstoffeinträgen unter realen Bewirtschaftungsbedingungen ermittelt werden. Erste Ergebnisse werden nach der nächsten Vegetationsperiode erwartet. Prof. Dr. Frank Wendland vom Forschungszentrum Jülich stellte in seinem Vortrag „Entwicklung von Managementkonzepten zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen in Grundwasser“ die schlechte Ausgangs- und Belastungssituation für Grundwasserkörper in NRW dar und berichtete vom Vorgehen des Kooperationsprojekts GROWA+ NRW 2021. Zum Schluss rundete der Vortrag „Strategien des WLV zur Reduzierung der Stoffeinträge“ von Werner Gehring, Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband (WLV), den Block ab, in welchem er über die Ziele und verschiedenen Ansätze zur Zielerreichung sprach.

 

Der Block „Raum für den Fluss und seine Struktur“ startete mit „Hydromorphologische Maßnahmen: Programm – Übersichten – Umsetzung“ von Daniela Bleck, MKULNV NRW. Im Rahmen ihres Vortrags konzentrierte sie sich auf die zukünftig zu erstellenden Maßnahmenübersichten und das Vorgehen bei der Aufstellung. Der Vortrag „Zurück ins Taltiefst – Die Eder im Stadtgebiet Borgentreich auf dem Weg zur WRRL-Zielerreichung“ von Bernd Schackers (UIH Ingenieur- und Planungsbüro Höxter) beschrieb anschaulich die Planungsschritte und Planungsinhalte für die Eder-Renaturierung in zwei Abschnitten des Stadtgebiet Borgentreichs unter Einwirkung verschiedener Widrigkeiten. Im nachfolgenden und thematisch zusammenhängenden Vortrag „Chance genutzt - Flurbereinigungsverfahren schafft Platz für die Gewässerentwicklung der Eder in einer Bördelandschaft“ führte Rainer Runte von der Bezirksregierung Detmold die Synergien des Bodenordnungverfahrens mit der Renaturierung aus der Praxis auf. Dr. Julia Foerster (LANUV NRW) schloss den Tag mit dem Thema „Der ‚Habitatindex‘ als Brückenschlag zwischen Gewässerstruktur und biologischer Bewertung“, in welchem sie eine neue Methode vorstellte, die ausgewählte Einzelparameter der Gewässerstrukturkartierung für die Bewertung des Gewässerzustands berücksichtigt.

 

Der 2. Veranstaltungstag wurde mit dem Block „Umgang mit dem Hochwasser“ eröffnet, in welchem Jan Kruijshoop vom Rijkswaterstaat dem Publikum das niederländische Vorgehen zum Schutz vor Hochwasser darlegte und Methoden der grenzüberschreitenden Maßnahmenplanung erläuterte. Dr. Christoph Aschemeier (MKULNV NRW) analysierte als nächstes in seinem Vortrag „Maßnahmenplanung für HWRMRL und WRRL – Synergien?“ die Zusammenhänge und bisherige Koordination der Maßnahmenprogramme, die zur Umsetzung der beiden Richtlinien Ende 2015 veröffentlicht wurden. Georg Johann von der Emschergenossenschaft stellte anschließend „Hochwasserrisikomanagement und ökologische Verbesserung beim Emscher-Umbau“ vor und spannte beginnend mit einem Blick auf die historische Entwicklung der Emscher den Bogen zu heutigen Herausforderungen bei baulichen Maßnahmen und der erfolgreich umgesetzten Planung. Karsten Pehlke (Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie) berichtete in seinem Vortrag „Grenzen überwinden, Raum geben - Praxisbeispiele an Thüringer Gewässern“ über den Erfolg einiger in Thüringen durchgeführter Hochwasserschutzprojekte, bei denen planungsbegrenzende Faktoren wie z.B. gesetzlich vorgegebene Straßenbreite nicht von vornerein als Hindernisse gesehen wurden, und plädierte ebenfalls für größere Planungshorizonte sowie für eine umfassende Kommunikation mit allen Beteiligten.

 

Der letzte Block „Beispiele für einen guten Zustand“ gab einen positiven Ausblick auf die Möglichkeiten von guter Planung und Umsetzung. Stephanie Terren (Kreis Soest) beschrieb in ihrem Vortrag „Möhne LIFE – neuer Schwung für einen Fluss“ Hintergründe und Ziele des von ihr geleiteten Projekts, dessen Ziel mit der Renaturierung der Möhne und ihrer Aue erfolgreich umsetzt werden konnte. Jens Fischer aus der Stadt Remscheid stellte die „Offenlegung und Renaturierung des Lobachs in Remscheid im Bereich einer ehemaligen kommunalen Kläranlage“ vor, bei dem durch gute und vorausschauende Planung der Lobach erfolgreich und mit Unterschreitung der erwarteten Kosten renaturiert werden konnte. Zuletzt referierte Turgut Pencereci von der Anwaltskanzlei GKMP PENCERECI über den Zusammenschluss von 25 kleinen Wasser- und Bodenverbänden in Brandenburg, welche in einer gewässertechnisch nicht ganz leichten Ausgangssituation neben der Gewässerunterhaltung diverse Projekte umsetzen konnten, die sich mit der EU-WRRL befassen.

 

Die diesjährige Ausstellung stellte ebenfalls Positivbeispiele für Gewässerprojekte in NRW in den Mittelpunkt. Hier konnten sich die Besucher vertieft über die  Maßnahmen an der Möhne und am Lobach informieren oder einige Grundwasserorganismen im Mikroskop betrachten. Auch das Projekt RiverView wurde vorgestellt.

 

Die belebten Diskussionen und die Pausen des Symposiums wurden zum konstruktiven Austausch genutzt und haben sicher dazu beigetragen, dass noch mehr gute Praxisbeispiele im nächsten Jahr vorgestellt werden können. Eine kurze Zusammenfassung sowie die Vorträge finden Sie auch unter www.flussgebiete.nrw.de.

 

 

 
 
 
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