DE | EN | FRSucheNavigation öffnen
DE | EN | FRSucheNavigation öffnen
ZUSE - GemeinschaftJRF - Gemeinschaft
Startseite / NEWS & EVENTS / News / Lachgas auf Kläranlagen
26.07.2022

Klimabilanz von Kläranlagen: Lachgas als Stolperstein auf dem Weg zur Klimaneutralität?

Vom FiW erstellte Klimabilanzen zeigen: Lachgasemissionen stellen oftmals die größte Treibhausgas (THG)-Quelle der Abwasserwirtschaft dar.

Lachgas (N2O) ist ein starkes Treibhausgas, welches bis zu 6–7 % der globalen THG-Emissionen ausmacht. In der Abwasserwirtschaft entsteht Lachgas vornehmlich durch den Stickstoffabbau in der biologischen Reinigungsstufe und kann bis zu 40 % der gesamten THG-Emissionen einer Abwasserreinigungsanlage ausmachen. Auf dem Pfad zur Klimaneutralität ist es somit für die Abwasserwirtschaft essentiell, Strategien zur Reduktion der Lachgas-Emissionen zu entwickeln.

Die Abwasserwirtschaft befindet sich im Wandel. Angestoßen durch ambitionierte Klimaziele von EU und Bundesregierung, haben sich mehrere Wasserverbände dem ehrgeizigen Ziel verschrieben, innerhalb der nächsten 15 Jahre die Klimaneutralität zu erreichen. Um jedoch geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der THG-Emissionen einzuleiten, müssen mögliche THG-Einsparungspotenziale erst einmal erkannt werden. Dazu stellt das FiW umfassende Klimabilanzen zur Erfassung der THG-Emissionen auf, inklusive vorgelagerter Lebenszyklusanalyse. Während jegliche klimarelevanten Prozesse wie zum Beispiel die Energieversorgung sowie Abfall- und Klärschlammentsorgung mittels geeigneter Maßnahmen umweltfreundlicher gestaltet werden können, stellen insbesondere direkte Lachgas-Emissionen der Abwasserreinigung die Wasserverbände vor große Herausforderungen. Im Gegensatz zur Industrie oder dem Energiesektor können Lachgas-Emissionen in der Abwasserwirtschaft bis zu 40 % der gesamten Emissionen eines Wasserverbands ausmachen. Eine Ausarbeitung geeigneter nachhaltiger Reduktionsstrategien ist somit zukünftig von großer Bedeutung.

Während sich die THG-Emissionen der meisten Prozesse sowie dem Energie- und Betriebsmittelbedarf mittels Emissionsfaktoren erfassen lassen, bestehen noch große Unsicherheiten in der genauen Quantifizierung der direkten Lachgas-Emissionen. Aktuell werden diese lediglich mittels überschlägiger Kennzahlen abgeschätzt, wobei jedoch oftmals weder die genaue Anlagentechnik oder die tatsächliche Stickstoffelimination tiefergehend berücksichtigt werden. Ursache für die Unsicherheiten der Bestimmung der Lachgas-Emissionen liegen vor allem in der individuellen Bauart der Abwasserreinigungsanlagen und dem zeitlich fluktuierenden Auftreten von Stickstoffspitzen im Zulauf. Aus diesem Grund ist die Bestimmung von Lachgas-Emissionen Thema diverser Forschungs- und Begleitvorhaben. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sollen dazu genutzt werden, um das tatsächliche Ausmaß der Lachgas-Emissionen zu erkennen und entsprechende Handlungsoptionen zu erarbeiten.

Contact

Fabio Voit, M.Sc.
+49 241 80 2 68 47 / E-Mail

Jule Blankenstein, M.Sc.
+49 241 80 2 68 49 / E-Mail

Dr.-Ing. Kristoffer Ooms
+49 241 80 2 68 22 / E-Mail