Projekt awaregio erfolgreich abgeschlossen

awaregio-Versuchsanlage auf der Kläranlage Moers-Gerdt (LINEG), Foto © FiW

Aachener und Leipziger Forschungsinstitute, Mittelständler aus Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen sowie die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG) haben bei diesem Projekt eine halbtechnische Versuchsanlage mit angeschlossenen Pflanzen- und Fischzucht (Aquaponik) auf der Kläranlage Moers-Gerdt entwickelt und erfolgreich betrieben.

Bewachsener Ebbe-Flut-Tisch mit Tomaten, Kohl, Peperoni etc., Foto © FiW e. V.
Afrikanische Welse wachsen hervorragend bei 27 bis 31 °C, Foto © Terra Urbana

In der vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Pilotmaßnahme awaregio wurden neue Marktchancen für kleine und mittlere Unternehmen in strukturschwachen Regionen eröffnet. Bei dem Projekt wurden innovative Schlüsselbausteine für die Wiederverwendung von Wasser, abwasserbürtiger Nährstoffe und Energie in der Landwirtschaft, in der Fischzucht und zur Trinkwassersubstitution entwickelt und erprobt.

Ein Ziel des Vorhabens war es, eine Energie sparende, robuste Kombination von Abwasserreinigungsverfahren zu entwickeln. Dabei wurde durch den Einsatz einem Anaerobreaktor im Hauptstrom- der Anfall von Überschussschlamm minimiert und gleichzeitig Biogas aus dem Abwasser erzeugt. Besonders interessant zeigte sich die Möglichkeit, dies auch unter mitteleuropäischen Klimabedingungen betreiben zu können. Dies bedeutet eine Reduzierung der organischen Zulauffracht um 2/3 ohne Energieinput. Der Einsatz dieser Technik in wärmeren Klimazonen ist noch vielversprechender.

Weiterhin zeigte sich der eingesetzte Bodenfilter als sehr robust und leistungsfähig. Mit Blick auf die notwendige weitgehende Vorreinigung vor einer (Teil-)Entsalzung konnte gezeigt werden, dass durch den Einsatz eines Bodenfilters die notwendige Qualität erreicht werden kann, die für die nachgeschaltete Entsalzung benötigt wird. Auch konnte gezeigt werden, dass die (Teil-)Entsalzung von weitgehend vorgereinigten Kläranlagenabläufen mittels Niederdruck-Umkehrosmose-Membranen möglich ist.

Bodenfilter – robust und leistungsfähig, Foto © FiW

Die verschiedenen Module der Pilotanlage awaregio wurden auf ihre Toxizität hin untersucht. Die gewonnenen Ergebnisse zeigten ein sehr geringes, kaum messbares Risikopotential für Wiederverwendungszwecke. Bezüglich der Abwasserfracht mit organischen, umweltrelevanten Schadstoffen zeigte sich, dass vor allem die Umkehrosmose sehr weitgehenden Rückhalt erzielte.

Das awaregio-Konzept erlaubt, je nach Art der Reinigung, eine Anpassung an verschiedene Kategorien der landwirtschaftlichen Bewässerung nach dem Entwurf der EU-Verordnung COM (2018) 223. Bei dem Projekt wurden drei verschiedene Qualitäten durch den Einsatz von UV-Desinfektion, UF-Filtration und Bodenfilterpassage erzeugt. Alle drei Qualitäten konnten in der Aquaponik genutzt werden. Zudem macht die Niederdruck-RO die Erzeugung von salzarmen Wässern möglich, die prinzipiell für viele weitere Zwecke wieder genutzt werden können – selbst als Ergänzungswasser für die Trinkwasserversorgung in ariden Gebieten.

Mit Blick auf die Ressourcenschonung ist insbesondere der geringe Energiebedarf der untersuchten Technik bemerkenswert.

Ergebnisse und technische Ansätze aus dem awaregio Projekt fließen derzeit in Projekte in Nordafrika ein, wo die Wasserwiederverwendung vor großen Herausforderungen steht.

Mehr Infos unter https://www.awaregio.net 

 

Ansprechpartner (Projektkoordinator):


FiW e. V., Aachen: Dr.-Ing. Henry Riße, 0241/80 2 68 18, risse(at)fiw.rwth-aachen.de

 
 
 
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