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Rückblick auf eine gelungene 58. Essener Tagung unter dem Leitthema „Impulse aus Europa“

FiW e.V. setzte mit zwei Vorträgen im Bereich der energetischen Bewirtschaftung von Kläranlagen sowie der Abwasser-Surveillance von Pathogenen Impulse zur Umsetzung der novellierten EU-Kommunalabwasserrichtlinie

Vom 26. bis 28. März 2025 lud das Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen (ISA) zusammen mit uns FiW als Mitveranstalter, dem Institut zur Förderung der Wassergüte- und Wassermengenwirtschaft (IFWW) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW in den Eurogress Aachen zur 58. Essener Tagung ein. Unter dem Leitthema „Impulse aus Europa – Herausforderungen, Innovationen und praktische Lösungen“ standen insbesondere die aktuellen Entwicklungen auf EU-Ebene im Fokus.

Ein zentrales Thema war die Neufassung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), die weitreichende Anforderungen an die kommunale Abwasserbehandlung mit sich bringt. Die Tagung bot damit ein ideales Forum, um konkrete Strategien zur Umsetzung dieser europäischen Vorgaben in Forschung, Planung und Betrieb zu diskutieren. Die Neufassung der KARL verfolgt ambitionierte Ziele: Sie fordert u. a. die Reduktion von Energieverbräuchen und Treibhausgasemissionen, die Einführung einer 4. Reinigungsstufe für größere Kläranlagen, die Überwachung ausgewählter Schadstoffe und Krankheitserreger, sowie eine Stärkung von Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Dadurch stehen Kläranlagen perspektivisch in einem Spannungsfeld aus Klimaschutzzielen, steigenden energieintensiveren Anforderungen an den Umweltschutz sowie effizienter Bewirtschaftung von Ressourcen.

In diesem Kontext spiegeln die Beiträge des FiW an der RWTH Aachen e. V. genau die relevanten Handlungsfelder wider:

  • Modellbasierte Energiemanagementstrategien unter Betrachtung volatiler Energiemärkte am Fall des Großklärwerks Köln Stammheim
    Fabio Voit M.Sc., FiW an der RWTH Aachen e.V.; J. Grohs, BET GmbH, Aachen; S. Kraus, Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR

Die neue KARL fordert ab 2045 für große Kläranlagen eine Klimaneutralität des Betriebs sowie umfassende Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Der Vortrag zeigte anhand eines modellbasierten Ansatzes, wie Kläranlagen durch eine intelligente Steuerung des Energieeinsatzes und der Eigenstromnutzung aktiv auf volatile Energiemärkte reagieren und gleichzeitig Emissionen senken können. Am Beispiel des Großklärwerks Köln Stammheim wurde eine optimierte Energiemanagementstrategie entwickelt, die Lastverschiebungspotenziale, Speicherstrategien und Marktintegration berücksichtigt – ein praxisnahes Werkzeug zur Erfüllung künftiger EU-Anforderungen.

  • WBEready – Roadmap für ein adaptives Abwassermonitoring zur Umsetzung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie
    Dr. Frank-Andreas Weber, FiW an der RWTH Aachen e.V. für das WBEready-Konsortium

Artikel 17 der neuen Richtlinie beinhaltet neue Aufgaben zur Überwachung von kommunalen Abwässern auf eine Vielzahl von humanpathogenen viralen Erregern sowie bakteriellen Erregern mit antimikrobiellen Resistenzen (AMR). Im Verbundvorhaben WBEready wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit eine Roadmap entwickelt, um dem Öffentlichen Gesundheitsdienst praxistaugliche, forschungsbasierte Werkzeuge und Maßnahmen für den Aufbau und Ausweitung einer abwasserbasierten Epidemiologie (WBE) für die Umsetzung der EU-KARL an die Hand zu geben.

Unsere Tagungsbeiträge sind im Tagungsband veröffentlicht. Mit seinen Beiträgen zur 58. Essener Tagung zeigt das FiW deutlich seine Rolle an der Schnittstelle zwischen Forschung, Regulatorik und praktischer Umsetzung. Die vorgestellten Projekte stehen exemplarisch für die komplexen Herausforderungen, die mit der neuen Kommunalabwasserrichtlinie auf die Branche zukommen – und für das notwendige Know-how, diese proaktiv zu gestalten.

Als Transferinstitut mit starker Anbindung an die Praxis bietet das FiW Expertise, Strategien und Werkzeuge, um Kommunen, Betreiber und Behörden bei der technischen, organisatorischen und strategischen Umsetzung der KARL zu unterstützen. Ob durch simulationsgestützte Entscheidungsgrundlagen, Monitoringkonzepte oder praxisnahe Transformationspfade – das FiW positioniert sich klar als Innovations- und Umsetzungspartner für eine moderne und zukunftsgerichtete Wasserwirtschaft.