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Rückblick auf die 59. Essener Tagung: Wasserwirtschaft diskutiert Wege zu mehr Resilienz

Vom 04. bis 06. März 2026 fand die 59. Essener Tagung unter dem Leitthema „Resiliente Wasserwirtschaft“ im Congress Center Ost der Messe Essen statt. Die Tagung wird jährlich vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen (ISA) gemeinsam mit dem FiW an der RWTH Aachen e. V. als Mitveranstalter, dem Institut zur Förderung der Wassergüte- und Wassermengenwirtschaft (IFWW) sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) organisiert. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die Frage, wie wasserwirtschaftliche Systeme gegenüber zunehmenden Belastungen, etwa durch Klimawandel, Extremwetterereignisse, neue Schadstoffe oder steigende Anforderungen an Ressourcen- und Energieeffizienz, widerstandsfähiger gestaltet werden können.

Vorträge und Diskussionen behandelten unter anderem Themen wie Abwasserbehandlung, Monitoring, digitale Lösungen, Wasserversorgung, Extremwetterereignisse sowie die Rückgewinnung von Ressourcen aus Abwasser und Klärschlamm. Auch das FiW brachte seine Expertise in mehreren Programmpunkten ein.

Sophia Schüller stellte im Themenblock „Klärschlammbehandlung und Phosphorrückgewinnung“ zentrale Ergebnisse der BMFTR-Fördermaßnahme „Regionales Phosphor Recycling (RePhoR)“ vor. Im wissenschaftlichen Begleit- und Vernetzungsvorhaben TransPhoR werden die Ergebnisse der sieben Verbundprojekte gebündelt und als übergreifende Kernaussagen zusammengeführt. Hintergrund ist die novellierte Klärschlammverordnung, die große Kläranlagen verpflichtet, Phosphor aus Klärschlamm oder Klärschlammasche zurückzugewinnen.

Die Fördermaßnahme untersucht, wie sich Phosphor unter realen Betriebsbedingungen wirtschaftlich und rechtssicher zurückgewinnen lässt. Dazu werden in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedliche Verfahren erprobt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass mehrere großtechnische Lösungen verfügbar sind und sowohl zentrale als auch regionale Ansätze möglich sind. Für Kommunen und Kläranlagenbetreiber liefern die Projekte wichtige Entscheidungsgrundlagen für die zukünftige Organisation der Klärschlammverwertung und leisten einen Beitrag zur Schließung von Stoffkreisläufen.

Ein weiterer Beitrag stammte aus dem ebenfalls vom BMFTR geförderten Forschungsprojekt R2K-Klim+, das sich mit der Anpassung von Regionen und Kommunen an die Folgen des Klimawandels befasst. Den Vortrag „Integrierte Bewertungsmethodik zur Klimaanpassung: Umsetzung des Entscheidungsunterstützungssystems KLAUS in der Stadt Duisburg“ hielt Dr. André Assmann (geomer GmbH), Mark Braun vom FiW war als Co-Autor beteiligt.

Im Projekt entwickelt ein Konsortium unter Federführung des FiW das Entscheidungsunterstützungssystem KLAUS (Klimaanpassung urbaner Systeme). Das Werkzeug soll Kommunen helfen, Klimarisiken systematisch zu analysieren und Anpassungsmaßnahmen zu priorisieren. Dazu werden unterschiedliche Datengrundlagen, etwa zu Starkregen, Hochwasser oder Hitze, zusammengeführt und räumlich ausgewertet. Auf dieser Basis lassen sich Bereiche identifizieren, in denen Klimarisiken besonders hoch sind und Maßnahmen die größte Wirkung entfalten können.
 
Das System wird derzeit in die Geodateninfrastruktur der Stadt Duisburg integriert und kann künftig auch in anderen Kommunen eingesetzt werden.

Die Essener Tagung dient seit Jahrzehnten als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Ingenieurpraxis, Behörden und Anlagenbetreibenden. Die Beiträge des FiW greifen zentrale Herausforderungen der Wasserwirtschaft auf, etwa den Umgang mit Ressourcenknappheit, den Aufbau resilienter Infrastrukturen und die Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen.

Durch die Verbindung von Forschungsergebnissen mit praktischen Anwendungen unterstützt das FiW Kommunen, Betreiber und Planungsbüros dabei, wasserwirtschaftliche Systeme an zukünftige Anforderungen anzupassen.

Wir danken allen Beteiligten für den intensiven fachlichen Austausch und freuen uns bereits auf die Jubiläumsveranstaltung, die 60. Essener Tagung, im kommenden Jahr.