FiW beim BfG-Kolloquium zu hydrologischen Vorhersagen im Wandel
Neue Methoden, Daten und Herausforderungen im Austausch zwischen Forschung und Praxis
Vier Mitarbeitende des FiW nahmen am 22. und 23. September 2026 am Kolloquium „Hydrologische Vorhersagen im Wandel – aktuelle Entwicklungen sowie neue und altbekannte Fragen und Herausforderungen" der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz teil. Im Mittelpunkt standen technische und methodische Weiterentwicklungen sowie Fragen zur praktischen Nutzung hydrologischer Vorhersagen.
Hydrologische Vorhersagen schätzen ab, wie sich Wasserstände und Abflüsse entwickeln. Neue Datenquellen, leistungsfähigere Rechenverfahren und Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) erweitern die Möglichkeiten solcher Prognosen. Zugleich steigt die Komplexität der Vorhersagesysteme. Fachleute müssen daher auch klären, wie sie Daten sinnvoll zusammenführen, die Unsicherheit von Prognosen einschätzen und verständliche Informationen für die Nutzung bereitstellen.
Das zweitägige Programm griff diese Fragen in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion auf. Die Beiträge behandelten unter anderem Hochwasservorhersagen, den Einsatz von KI, saisonale Vorhersagen für Dürre und Niedrigwasser sowie die statistische Nachbearbeitung mit Methoden des maschinellen Lernens. Das Kolloquium bot Fachleuten aus Behörden, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen und offene Fragen gemeinsam zu diskutieren.
Für die Forschungsarbeit des FiW sind diese Entwicklungen unter anderem mit Blick auf die Folgen von Hoch- und Niedrigwasser besonders relevant. Verbesserte hydrologische Vorhersagen können dazu beitragen, kritische Entwicklungen früher zu erkennen und zusätzliche Handlungsspielräume zu schaffen. Bei Niedrigwasser betrifft dies beispielsweise die frühzeitige Abschätzung wirtschaftlicher Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt und die Vorbereitung alternativer Transportwege über Straße und Schiene. Im Hochwasserfall können längere und verlässlichere Vorwarnzeiten wiederum dazu beitragen, Frühwarn- und Handlungskonzepte weiterzuentwickeln und zusätzliche Schutzmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Die beim Kolloquium diskutierten Methoden bieten damit Anknüpfungspunkte für die Forschung zu den Auswirkungen hydrologischer Extremereignisse und zur Verbesserung der darauf abgestimmten Vorsorge- und Reaktionsmöglichkeiten.
