ECOMATES Final Conference: Power-to-X for a Sustainable Future
Fünf Konferenztage an der Universität Island in Reykjavik
Vom 6. bis 10. Juli 2026 richtete das Marie-Skłodowska-Curie-Doktorandennetzwerk ECOMATES die Abschlusskonferenz „Power-to-X for a Sustainable Future“ an der Universität Island in Reykjavík aus. Rund 100 Teilnehmende aus Forschung und Industrie diskutierten den Stand von Power-to-X-Technologien zur elektrokatalytischen Umwandlung von erneuerbarem Strom in speicherbare Kraftstoffe und Chemikalien. Das FiW war mit einem Posterbeitrag zur dynamischen, thermokatalytischen Methanolsynthese vertreten. Die Europäische Union fördert ECOMATES im Rahmenprogramm Horizon Europe (Grant Agreement Nr. 101072830).
Wind- und Solarstrom fallen wetterabhängig an. Erzeugen Elektrolyseure daraus Wasserstoff, schwankt dessen Menge im Tages- und Jahresverlauf. Chemische Syntheseanlagen sind bislang auf einen gleichmäßigen, stationären Betrieb ausgelegt. Damit diese künftig direkt mit fluktuierend erzeugtem Wasserstoff arbeiten können, müssen die Reaktoren Lastwechsel schadfrei überstehen. Die europäische Erneuerbaren-Richtlinie RED III verschärft diese Anforderung: Ab 2030 muss die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff stündlich mit der zugehörigen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen korrelieren.
An diesem Punkt setzt der Beitrag des FiW an: Das Poster zeigte ein Simulationsmodell, welches das dynamische Verhalten eines Methanolreaktors zeitlich und örtlich aufgelöst abbildet. Das Modell beschreibt einen Festbettreaktor mit einem industriell etablierten Kupfer-Zink-Katalysator und berechnet, wie sich Temperatur und Umsatz entlang des Reaktors verändern, wenn die Wasserstoffzufuhr schwankt. Solche Simulationen zeigen Betriebsgrenzen auf und unterstützen die Auslegung flexibler Anlagen, bevor Versuchsanlagen gebaut werden. Das FiW bearbeitet die dynamische Methanolsynthese im vom BMWE geförderten Projekt B2MRaman (Förderkennzeichen 01IF23701N; Projektträger DLR IGF) und im vom BMWE (ehemals BMWK) geförderten Projekt BioMeSyn (Förderkennzeichen 13BDB60030; Projektträger VDI).
Das fünftägige Programm verband Fachvorträge internationaler Forschender, Industrie und Beiträge der Doktorandinnen und Doktoranden des Netzwerks. In der Postersession stellten 20 Beitragende aktuelle Arbeiten vor. Die Sessions behandelten unter anderem:
- Katalysatorentwicklung mit Ab-initio-Simulationen und maschinellem Lernen,
- elektrochemische CO2-Reduktion und grünen Wasserstoff,
- Membranen, Elektroden und Zelldesign für Elektrolyseure,
- techno-ökonomische Analysen und Lebenszyklusbewertungen.
Für das FiW bot die Konferenz den direkten Austausch mit der Elektrolyse- und Elektrokatalyse-Community, um gemeinsame Interessen und Anknüpfpunkte zum thermokatalytischen Prozess des FiW zu identifizieren.
Weitere Informationen zum ECOMATES-Netzwerk: www.msca-dn-ecomates.eu.
