ecReUse Pilotanlagen in Südafrika erfolgreich in Betrieb genommen und auf Fachkonferenz präsentiert
Im Rahmen des vom Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) geförderten ecReUse-Projekts wurden die Pilotanlagen an der Kläranlage East Bank in East London, Südafrika, erfolgreich installiert und in Betrieb genommen. Ziel ist die Demonstration und Erprobung energieeffizienter und multifunktionaler Technologien zur Verbesserung der Wasserqualität und Wasserwiederverwendung von städtischen Kläranlagen. Gleichzeitig dienen die Demonstrationsanlagen als Trainingsplattform für lokale Betreiberinnen und Betreiber sowie Ingenieurinnen und Ingenieure, um langfristig Know-how für nachhaltige Wassermanagementlösungen in Südafrika aufzubauen.
Die Pilotanlagen bestehen aus vier zentralen Technologien:
- einer Membranbioreaktor-Anlage (MBR) zur Bereitstellung von hochwertig aufbereitetem Wasser für industrielle Anwendungen,
- einem anaeroben Faulbehälter zur Biogaserzeugung und zur Energieoptimierung der biologischen Reinigungsstufe durch Integration einer Primärsedimentation,
- einem kontinuierlichen Sandfiltersystem zur Nachreinigung des Kläranlagenablaufs und zur Bereitstellung von sicherem Bewässerungswasser für landwirtschaftliche Zwecke (insb. Hydroponik) sowie
- einem kamerabasierten Off-Grid-Überwachungssystem zur Echtzeit-Prozesskontrolle der Kläranlage
Nach Abschluss der Design- und Installationsphase befinden sich die Anlagen nun in der Testbetriebsphase. Der anaerobe Faulbehälter hat bereits erfolgreich Biogas produziert, das zu Demonstrationszwecken sicher abgefackelt wurde. Die Ultrafiltrationsanlage des MBR erzeugt erste Filtrate, während die biologische Reinigungsstufe im MBR stabil verläuft und in Kürze qualitativ hochwertiges Prozesswasser für industrielle Anwendungen liefern wird. Parallel wurde der kontinuierliche Sandfilter zur weiteren Nachreinigung des Kläranlagenablaufs in Betrieb genommen. Er versorgt zukünftig das angrenzende Hydroponiksystem mit Bewässerungswasser, das bereits erfolgreich zur Anzucht von Jungpflanzen für städtische Begrünungsprojekte genutzt wird – hier sind bereits erste Wurzeln geschlagen.
Die Fortschritte des Projekts wurden im Rahmen der diesjährigen IMESA-Konferenz in East London einer breiten Fachöffentlichkeit der südafrikanischen Wasserwirtschaft präsentiert. In Fachvorträgen und geführten technischen Besichtigungen stellten die Projektpartner die innovativen Technologien und Optimierungsansätze direkt an den Pilotanlagen vor, während teilnehmende Ingenieurinnen und Ingenieure hierfür CPD-Weiterbildungspunkte sammeln konnten.
Die nächsten Schritte umfassen die Erhebung valider Daten zur Bestätigung des Konzeptes und die schrittweise Übergabe des Anlagenbetriebs an die lokalen Partnerinnen und Partner. Begleitend werden umfassende Schulungs- und Trainingsmaßnahmen für das lokale Betriebspersonal, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Fachkräfte aus angrenzenden Industrien und weiteren Stakeholdern im Wassersektor durchgeführt.
Weitere Informationen zu den entwickelten Maßnahmen und Technologien finden Sie in der dazugehörigen ecReUse-Publikation des IMESA Tagungsbandes: https://imesa.org.za/wp-content/uploads/2025/11/PAPER-4.pdf
Das ecReUse Projekt wird durch das Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Programms „Umweltschutz – Made in Germany“ gefördert und von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut.
Weitere Informationen finden Sie außerdem auf der Projektwebsite: www.ecreuse.net



