IndiKlimA Workshop bei Disy in Karlsruhe:
das Team geht erneut in den Austausch rund um die Entwicklung eines Klimaanpassungs-Monitorings
Am 5. und 6. Oktober traf sich das IndiKlimA-Forschungskonsortium zum dritten regulären Präsenz-Workshop in den Räumlichkeiten der Disy Informationssysteme GmbH in Karlsruhe. Unter anderem vernetzte sich das Konsortium dabei mit Dr. Daniel Osberghaus, dem Koordinator für Klimaanpassung, Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe, der einen Impulsvortrag zu den Aktivitäten im Bereich der kommunalen Klimaanpassung der Stadt Karlsruhe hielt. In einer Session zum technischen Produkt erarbeitete das Konsortium erste Anforderungskriterien und Rahmenbedingungen, die für die Anschlussfähigkeiten an kommunale Prozesse relevant sein werden. Weiterhin entwickelte das Team das gemeinsame Verständnis und Akzente in der Indikatorik weiter. Das Projekt IndiKlimA (Indikatorenbasiertes Klimaanpassungsmonitoring auf regionaler und kommunaler Ebene) wird vom Land NRW und der EU kofinanziert (EFRE/JTF Programm Nordrhein-Westfalen 2021-2027, hier: Regio.NRW – Transformation).
An den beiden Workshop-Tagen war das Projektkonsortium IndiKlimA zu Gast beim Projektpartner Disy Informationssysteme GmbH in Karlsruhe. Zunächst stand der externe Impuls von Dr. Daniel Osberghaus auf der Tagesordnung. Herr Osberghaus stellte das Klimaanpassungsmonitoring der Stadt vor und erläuterte beispielhafte Impact- und Response-Indikatoren sowie bestehende Datengrundlagen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die dauerhafte Umsetzbarkeit und Pflege von Klimaanpassungsmaßnahmen maßgeblich auf die Verfügbarkeit von personellen und finanziellen Ressourcen angewiesen sind. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, die Wirkung einzelner Maßnahmen eindeutig messbar zu machen und dem Klimawandel zuzuordnen. Die Diskussion machte zudem deutlich, dass in einem praktisch anwendbaren Klimaanpassungs-Monitoring möglichst auf bereits erhobene und regelmäßig verfügbare Daten zurückgegriffen werden sollte, um zusätzliche Erhebungs- und Pflegeaufwände zu minimieren.
In der Arbeits-Session zu den Anforderungen an das technische Produkt arbeitete das Team im nächsten Tagesordnungspunkt anhand von Nutzungsszenarien aus, welche verschiedenen Anwender-Gruppen welche Zugriffsrechte, Indizes und Rohdaten benötigen und welche Implikationen diese Anforderungen an die Architektur der Software darstellen. Die gemeinsame Diskussion rund um diese Fragestellung ergab, dass beispielsweise zwischen Wissensempfängern (z.B. politische Entscheidungsträger) und aktiveren Koordinatoren (z.B. Kommunale Klimaanpassungsmanager) unterschieden werden sollte. So sollen die Wissensempfänger beispielsweise übersichtliche Dashboards mit Leseberechtigung erhalten, während die Koordinatoren selber in die Datensammlung und -Auswertung einsteigen können sollen. Die technischen Rahmenbedingungen des Tools sollen im nächsten Schritt unter der Leitung von Disy weiterentwickelt werden und den Kommunen zur weiteren Abstimmung vorgestellt werden.
Im fachlichen Austausch rund um die Indikatorik wurde weiter auf das Ziel hingearbeitet, ein übersichtliches und aussagekräftiges Indikatoren-Set zu entwickeln, das die wesentlichen Fortschritte der kommunalen Klimaanpassung abbildet. Da sich nach fortschreitender Ausarbeitung und Entwicklung von möglichen Indikatoren in den jeweiligen Handlungsfeldern abzeichnet, dass es nicht zu allen Teilaspekten in allen Handlungsfeldern mögliche Impact-Indikatoren gibt, die mit verhältnismäßigem Aufwand erhoben werden können, entschied sich das Team in der Diskussion, dass der Fokus der Indikatoren lediglich auf der Ausarbeitung von Response-Indikatoren liegen soll, die anhand der IOOI-Logik ausdifferenziert werden sollen. Die Vorgehensweise bei der weiteren Indikator-Entwicklung prüfte das Team gemeinsam am Beispiel des Handlungsfeldes Biodiversität und Naturschutz. Gründe für die Nichtaufnahme bzw. nachrangige Priorisierung eines Indikators waren unter anderem eine fehlende Datengrundlage, eine zu hohe methodische Komplexität, geringe kommunale Beeinflussbarkeit oder eine unzureichende Erfüllung der SMART-Kriterien, die an die Indikatoren gestellt werden.
Das IndiKlimA-Konsortium dankt der Disy Informationssysteme GmbH für die gastfreundliche Ausrichtung der Veranstaltung. Weiterhin bedanken wir uns bei Dr. Osberghaus für die vielen informativen Impulse, die sein Gastvortrag zur Klimaanpassung in Karlsruhe und die anschließende Diskussion ergeben hat.
Der nächste Präsenzworkshop ist für Januar 2027 geplant und wird beim Kreis Mettmann stattfinden.

