Internationaler Tag der Flüsse – Nachhaltiger Umgang mit Biomasse aus der Gewässerpflege
Wie sich Mahdgut aus der Gewässerpflege sinnvoll nutzen lässt
Seit 2005 findet jedes Jahr am vierten Sonntag im September der Internationale Tag der Flüsse statt. Er erinnert weltweit an die ökologische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung von Flüssen und macht auf Herausforderungen wie Verschmutzung, Übernutzung und Klimawandel aufmerksam. Wir als FiW beschäftigen uns in unserer Forschungsarbeit mit solchen Fragestellungen. So untersuchen wir unter anderem, wie sich regelmäßig anfallendes Mahdgut, also Rasen- und Grünschnitt aus der Ufermahd, sinnvoll nutzen lässt. Anstatt es kostenintensiv zu entsorgen oder liegen zu lassen, wodurch überschüssige Nährstoffe die Ufervegetation beeinträchtigen können, untersuchen wir, inwiefern eine stoffliche und energetische Verwertung möglich und sinnvoll ist.
Der Internationale Tag der Flüsse wurde innerhalb des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen und wird heute in mehr als hundert Ländern mit lokalen Aktionen begangen. Dazu gehören Aufräumaktionen ebenso wie Fachveranstaltungen. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Rolle der Flüsse als Lebensadern unserer Gesellschaft zu stärken.
Auch am FiW ist die nachhaltige Entwicklung von Fluss- und Gewässerlandschaften im Fokus unserer Arbeiten. Unter anderem untersuchen wir, wie Biomasseströme aus der Gewässerpflege sinnvoll genutzt werden können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Mahdgut, das beim Mähen von Uferbereichen anfällt. Dieses Material wird vielerorts bislang entsorgt oder verbleibt am Gewässer. Dadurch kann es die Biodiversität der Uferlebensräume und die Wasserqualität beeinträchtigen.
Um alternative Nutzungswege zu identifizieren, entwickeln wir GIS gestützte Modelle, die den Anfall von Mahdgut entlang von Gewässerufern abschätzen können. Sie berücksichtigen die Menge des anfallenden Materials, die Bewirtschaftungsfrequenz der Flächen, logistische Faktoren wie Transportwege und vorhandene Infrastruktur sowie relevante Eigenschaften der Vegetation wie zum Beispiel die Energiedichte.
Durch die Validierung der Modelle mit Fachleuten aus der Praxis lassen sich Potenziale für stoffliche und energetische Verwertungswege ermitteln. Ziel ist es, ökologische Vorteile wie eine bessere Gewässerqualität mit ökonomischen Synergien zu verbinden.
Am Beispiel von Mahdgut wird deutlich, dass Flüsse nicht nur hydrologische Systeme sind. Sie sind auch Schnittstellen für ökologische, technische und wirtschaftliche Fragestellungen. Die Forschung des FiW zeigt, wie Gewässerpflege nachhaltiger gestaltet werden kann und trägt dazu bei, Flüsse als vielfältige Lebensräume zu erhalten.
