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Abschlussveranstaltung des Projekts NiersCon: Ergebnisse zum dezentralen Wasserrückhalt vorgestellt

Am 25. März 2026 stellte der Kreis Viersen gemeinsam mit dem Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers die Ergebnisse des Projekts NiersCon zum dezentralen Wasserrückhalt im regionalen Grabensystem vor. Das FiW war bei der Abschlussveranstaltung durch Jana Vredenburg, Thurid Roth und Gregorio Cevoli vertreten, die das Projekt wissenschaftlich begleitet haben.

Das Projekt wurde im Rahmen der Fördermaßnahme zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN, ehem. BMUV) gefördert. Der Landschaftswasserhaushalt im Kreis Viersen ist durch zahlreiche Entwässerungsgräben geprägt, die zur Ableitung des Niederschlagswassers in Nassperioden dienen. Eine Nutzung zum Wasserrückhalt in Trockenperioden besteht derzeit jedoch noch nicht. Ziel des Projekts war es, gemäß des Konzeptes einer Schwammregion Wasser mittels Steuerung der Entwässerungsgräben länger und dezentraler in der Landschaft zu halten und so den lokalen Wasserhaushalt für Klimawandel-bedingte Trockenperioden zu stabilisieren. Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wasserwirtschaft und Forschung diskutierten die Ergebnisse und Perspektiven für die weitere Umsetzung.

Im Projekt NiersCon untersuchten die Projektpartner, wie sich bestehende Grabensysteme so weiterentwickeln lassen, dass Wasser länger in der Landschaft verbleibt und so eine zukunftsorientierte und klimaangepasste Wasserwirtschaft entwickelt wird. Durch den längeren Verbleib des Wassers im regionalen Grabensystem soll es für Boden, Vegetation und Grundwasser zur Verfügung stehen, während durch neu eingebrachte steuerbare Elemente gleichzeitig die Entwässerungsfunktion bei Starkregen erhalten bleibt.

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Maßnahmen erprobt, die sich in bestehende Strukturen integrieren lassen. Dazu gehören Totholzelemente, die den Abfluss verlangsamen, steuerbare Stauwehre zur gezielten Wasserhaltung sowie Anpassungen an bestehenden Rückhaltebecken, um zusätzliches Speichervolumen zu nutzen. Diese Maßnahmen setzen niedrigschwellig direkt im bestehenden Grabensystem an und lassen sich mit vergleichsweise geringem baulichem Aufwand umsetzen. Daten von Sensoren, die an ausgewählten Standorten installiert wurden, um Wasserstände, Bodenfeuchte und weitere Parameter zu erfassen wurden digital übertragen und zentral ausgewertet. Erste Auswertungen zeigten, dass aufgestaute Gräben Wasser länger im System halten, während nicht aufgestaute Bereiche häufiger trockenfallen, bzw. geringere Wassertiefen aufweisen. Zudem bleibt die Bodenfeuchte in Grabennähe bei Aufstau höher. Ergänzend wurden hydrologische Modelle eingesetzt, die eine erhöhte potenzielle Versickerung bei gesteuertem Aufstau zeigten. 

Das FiW begleitete das Projekt wissenschaftlich. Dazu gehörten eine GIS-basierte Analyse zur Identifizierung geeigneter Standorte, die Auswertung der Messdaten aus der installierten Sensorik sowie Untersuchungen zu Potenzialen von Verdunstungskühlleistungen von Wasserflächen. Ergänzend entwickelte das FiW grafische Darstellungen zur Wissenschaftskommunikation, durch die die Funktionsweise der Maßnahmen leicht verständlich wurden.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass bestehende Grabensysteme ein relevantes Potenzial für den Wasserrückhalt bieten. Mehrere kleinräumige Maßnahmen können in der Summe dazu beitragen, den Landschaftswasserhaushalt zu stabilisieren. Gleichzeitig hängt die Wirksamkeit stark vom jeweiligen Standort ab. Für jede Maßnahme sind daher Einzelfallprüfungen erforderlich. Auch die Abstimmung mit Behörden, Unterhaltungspflichtigen sowie Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümern ist entscheidend für die Umsetzung. Für die weitere Umsetzung planen die Projektpartner, geeignete Maßnahmen schrittweise auszuweiten und in den Regelbetrieb zu überführen. Dazu gehören die Nutzung der Projektergebnisse für weitere Planungen, der Ausbau von Monitoring und Steuerung sowie die Klärung von Finanzierung und langfristiger Unterhaltung. Ziel ist es, ein vernetztes System von Maßnahmen zu entwickeln, das den Wasserhaushalt stabilisiert und flexibel an veränderte Bedingungen angepasst werden kann.