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Betriebserfahrungen der Pilotanlage „Pilothof“ zur Behandlung von Melkhausabwässern in Wipperfürth

Wie lassen sich stark belastete Abwässer aus landwirtschaftlichen Betrieben zuverlässig behandeln? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Untersuchungen an einer Pilotanlage, in der zwei naturnahe Reinigungsverfahren kombiniert werden: eine Pflanzenkläranlage (PKA) und ein Retentionsbodenfilter (RBF). Bau und Betrieb der Pilotanlage in Wipperfürth wird seit 2020 durch das Land NRW gefördert und die Anlage wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Das FiW arbeitet dabei eng mit der Wegerhof KG als landwirtschaftlichem Betrieb sowie dem Wupperverband zusammen.

Eine ursprünglich geplante Anlagensteuerung über die elektrische Leitfähigkeit und pH-Wert erwies sich als nicht ausreichend. Analysen der Abwasserströme zeigten, dass insbesondere ein Teilstrom aus der Reinigung des Melksystems hohe Anteile an Milch- und Milchfett enthält und die Anlage sehr stark belastete.

Durch bauliche und betriebliche Anpassungen konnte die Reinigungsleistung deutlich verbessert werden. Dazu zählen die Stabilisierung des pH-Werts im Retentionsbodenfilter, eine optimierte Wasserverteilung sowie eine verbesserte Sauerstoffversorgung der Bodenkörper. Gleichzeitig konnte der Anlagenbetrieb durch Anpassungen an den Stoßbeschickern und den Austausch von Pumpen stabilisiert werden.

Seit Ende 2025 ist die Anlage mit letzten Anpassungen gut eingefahren. Im Rahmen der jetzigen Monitoringphase – u.a. mit regelmäßigen Begehungen, Betriebstagebuch, wöchentlichen Probenahmen – wird der Anlagenbetrieb analysiert. Auf dieser Basis werden weiterhin kleinere technische und betriebliche Optimierungen durchgeführt. Ziel ist es, die Reinigungsleistung unter Praxisbedingungen systematisch zu verbessern. Im Ergebnis sollen ein übertragbares Vorgehen für vergleichbare Betriebe entwickelt und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.